Häufig gestellte Fragen...

- "Sie züchten doch OEBs...?"

- "Sind das Kampfhunde"?

- "Warum haben Eure Hunde gerade Schwänze"?

- "Sind 'Papiere' wichtig"?

- "Warum ist bei Euch die schwarze Fellfarbe zugelassen"?


...und die Antworten darauf

 

- "Sie züchten doch OEBs...?"

Nein.

Viele Menschen glauben, "Old English Bulldog" sei eine Sammelbezeichnung für alle Arten von alternativen Bulldoggen. Das ist aber falsch (und wird nicht dadurch richtiger, daß man es immer wieder behauptet).

OEBs, also "Olde English Bulldogges", wie der Name richtig lautet, ist eine eigenständige Rasse, die seit fast 40 Jahren in Amerika gezüchtet wird. Es gibt in Europa nur sehr wenige echte OEBs! Die Rasse ist vorläufig UKC-anerkannt, die Anerkennung durch den AKC (und damit der FCI) ist beantragt. Nur Hunde, deren Vorfahren lückenlos im OEBKC-Register geführt wurden (die also keine Mischlinge sind), bekommen ein OEBKC-Papier! Passen Sie also gut auf, wenn Sie "OEB-Welpen" angeboten bekommen - in Deutschland bekommen Sie echte OEBs nur im OBCE e.V.

- "Sind das Kampfhunde?"

Nein.

Die Urahnen der Bulldoggen wurden vor sehr langer Zeit zum Kampf gegen Bullen eingesetzt. Auch die Vorfahren der Boxer waren Bullenbeißer - aber keiner kommt deshalb auf die Idee, daß sie deswegen heute "Kampfhunde" wären!

Übrigens sind korrekt gezüchtete und aufgezogene "Listenhunde" ganz normale Hunde von oft sehr liebenswürdigem Wesen - so gibt es beispielsweise Rottweiler, die als Therapiehund oder Lawinensuchhund eingesetzt werden. Als ganz besonders geeignet für die Arbeit als Such- und Rettungshund hat sich auch eine andere Rasse herausgestellt, raten Sie mal, welche! Das Problem mit den Rassen, die heute auf den sogenannten "Kampfhundelisten" stehen, liegt darin, daß manchmal diese Hunde von Menschen gehalten und vermehrt werden, die auf korrektes Wesen der Elterntiere und gute Sozialisation ihrer Welpen keinen Wert legen. Würden dieselben Leute Schäferhunde oder Königspudel für ihre Zwecke mißbrauchen, wären diese genauso gefährlich!


- "Warum haben Eure Hunde gerade Schwänze"?

Ganz einfach - weil der Bulldogstandard das so verlangt!

Auf alten Bildern kann man sehen, daß die Bulldogs früher gerade Ruten hatten, und die Rassebeschreibung spricht seit jeher von einer mäßig langen, geraden Rute. Die verkrümmten "Korkenzieherruten" der heutigen modernen Bulldogs stellen nichts anderes als eine Mißbildung der Wirbelsäule dar, die häufig eine Mitursache für die Notwendigkeit von Kaiserschnittgeburten ist.

Was dazu führte, daß der Standard so grob mißachtet wurde, daß sich dieses Merkmal durchgängig in der gesamten Rasse festigen konnte, darüber kann man wohl nur spekulieren. Tatsache ist, daß die Rute ein wichtiges Kommunikationsmittel für den Hund darstellt und gerade der Bulldog, dessen Aussehen bei unerfahrenen langschnäuzigen Hunden oft im ersten Moment Unsicherheit und Reserviertheit auslöst, es leichter hat, seine Freundlichkeit mitzuteilen, wenn er mit einer geraden Rute freundlich wedeln kann, als mit einer kurzen Stummelrute, die für den Hund vor ihm kaum oder gar nicht sichtbar ist.


- "Sind 'Papiere' wichtig"?

Ja und nein.

Das "Papier" eines Hundes, also seine Ahnentafel, ist zunächst einmal für den Züchter interessant. Nur wenn man die Abstammung eines Tieres kennt, kann man vernünftig züchterisch planen (z.B. Inzucht vermeiden). Insofern ist die Ahnentafel für den normalen Hundebesitzer nicht sehr wichtig, denn er will ja nicht züchten.

Was der normale Hundebesitzer aber möchte, ist ein gut gezüchtetes Tier: gesund und schön soll es sein und einen guten Charakter haben. Er möchte, daß der Züchter auf die Gesundheit und das Wesen der Zuchttiere geachtet und sich bei der Zusammenstellung der Zuchtpartner Gedanken um das mögliche Aussehen der Welpen gemacht hat. Deshalb möchte er ein Tier "mit Papieren" und nicht einen Welpen aus irgendeiner Zufallsverpaarung.

Es gibt vom Züchter selbst ausgedruckte "Papiere", die nichts weiter sind als eine Aufstellung der Vorfahren eines Welpen. Aber es gibt auch "Papiere", die nur ausgegeben werden, wenn die Auflagen der Zuchtordnung eines Vereins vom Züchter erfüllt worden sind: also beispielsweise Gesundheitschecks sowie eine Vorstellung bei einem Schönheitswettbewerb, also einer Ausstellung.

"Papier" ist also nicht gleich "Papier"!

Jeder seriöse Verein hat eine Zuchtordnung, die unter anderem besagt, welche tierärztlichen Gesundheitschecks und sonstige Voraussetzungen ein Zuchttier absolvieren muß, und die z.B. die Hündinnen schont, indem sie ein Mindestalter, eine Höchstzahl von Würfen und genügend Abstand zwischen den Würfen vorschreibt. Nur wer die Vorschriften erfüllt, bekommt Papiere, wer sich nicht daran hält, kann bestraft werden, notfalls durch Ausschluß. Fragen Sie jeweils direkt beim Verein nach, wenn Sie im Zweifel sind, ob ein Züchter überhaupt dem Verein angehört.

Die IOEBA ist eine amerikanische Registratur, die bei Züchtern alternativer Bulldoggen recht beliebt ist. Sie ist kein Verein, dem man beitreten müßte (oder von dem man abgelehnt werden kann); sie nennt sich selbst eine "professionelle Organisation". Der Züchter, der seine Hunde dort registrieren läßt, unterschreibt lediglich, daß die von ihm gemachten Angaben richtig sind - und bezahlt eine Gebühr für die Ausstellung des Papiers. Es gibt keine Zuchtvorschriften, sondern nur eine Absichtserklärung der Züchter, sich um das Wohl der Rasse zu bemühen. Dies ist sehr schwammig formuliert; so heißt es zum Beispiel, Zuchttiere sollten "von guter Gesundheit" sein, aber nicht konkret, was das bedeutet. Reicht es, wenn sie nicht humpeln, reicht es, wenn sie zwar manchmal humpeln, aber im Moment gerade nicht, oder soll eine PL vom Tierarzt ausgeschlossen sein? Bei der IOEBA steht es jedem Züchter frei, das selbst zu bestimmen! Sie finden diesen "Code of Ethics" hier, bitte beachten Sie vor allem den letzten Satz des Kleingedruckten: "Die Einhaltung des ethischen Codes ist freiwillig".

Daher gilt: ein IOEBA-Papier ist kein Gütesiegel.
Ein IOEBA Züchter darf ein guter Züchter sein - muß es aber nicht!

Die IOEBA kontrolliert nichts, und sie bestraft auch keine Verstöße. Ein IOEBA-Papier ist nur so korrekt und vertrauenswürdig wie derjenige, der die Papiere beantragt. Wenn Sie ihren Goldhamster dort anmelden und die Gebühr für das Registrieren bezahlen, bekommen Sie auch für ihn ein IOEBA-Papier... Als Welpenkäufer sind Sie also nicht von der Aufgabe befreit, sich von der Qualität der Zucht selbst zu überzeugen, wie ich es schon unter dem Punkt Welpen beschrieben habe.

Bitte verwechseln Sie nicht die IOEBA mit dem OEBKC - dem ältesten Rassezuchtverein für die Betreuung der Olde English Bulldogge in Amerika.


- "Warum ist bei Euch die schwarze Fellfarbe zugelassen"?

Die einfarbig schwarze Fellfarbe (also nicht das Black-and-Tan!) ist historisch überliefert. in der ersten brauchbaren Rassebeschreibung des "Philo-Kuon" von 1865 heißt es: "Schwarz galt ehemals als gute Farbe", was bedeutet, daß sie es zwar zu dieser Zeit schon nicht mehr war, früher aber vorkam und auch durchaus beliebt war.

Fragt man heutige Züchter von englischen Bulldogs, so sagen sie, Schwarz sei deshalb verpönt, weil es dominant ist, es also irgendwann nur noch schwarze Bulldoggen gäbe. Wenn das so wäre, gäbe es allerdings heute in anderen Rassen, wie z. B. den französischen Bulldoggen, wo es zugelassen ist, auch längst schon keine andersfarbigen Hunde mehr.

Es kommt ja nur darauf an, wie man die Zuchtpartner zusammenstellt. Mischerbig schwarze Bulldogs werden, verpaart mit andersfarbigen, immer auch nicht-schwarze Nachkommen bringen, auf jeden Fall sind aber ihre schwarz-tragenden Welpen immer mischerbig. Somit bleiben alle anderen Farben in der Rasse erhalten.

Da es sich um eine historisch belegte Farbe handelt, finden wir, daß sie auch ganz gut zu unseren Berrywoods paßt. Schon immer verboten waren übrigens "black and tan" und blau sowie leberfarbene (braune) Nasen.

Interessierten Lesern sei diese Seite über die Genetik der Farbe Schwarz beim Hund empfohlen, oder auch diese englischen Seiten von Sheila Schmutz.
Hervorragend ist auch diese Seite über die Farbgenetik des Hundes.

 

Rosa mit fetter Beute
Berrywood's Rambling Rose - schwarz-weiß, langschwänzig und glücklich!